Ein Spot hat zwei Preisschilder, und das größere hängt nicht an der Produktion. Wer nur eines davon plant, kalkuliert eine Kampagne, die nach der Herstellung kein Geld mehr hat, um gesehen zu werden.
Der häufigste Kalkulationsfehler bei Werbefilm besteht darin, Produktions- und Schaltkosten in einen Topf zu werfen. Die Produktion bezahlt die Herstellung, einmalig. Die Schaltung bezahlt die Sendezeit, pro Ausstrahlung. Das sind zwei Budgets mit völlig verschiedenen Größenordnungen.
01 / Die zwei BudgetsDie Herstellung eines professionellen, sendefähigen Spots wird 2026 im Bereich von etwa 8.000 bis 50.000 Euro gehandelt: einfache Fassungen am unteren Ende, aufwendige Produktionen mit Darstellern und mehreren Drehtagen bei 25.000 bis 50.000 Euro. Andere Marktbeobachtungen setzen für einen soliden Dreissig-Sekünder mit Konzept, Crew, Casting und Postproduktion 80.000 bis 150.000 Euro an — der Unterschied erklärt sich daraus, ob eine Kreativagentur mit in der Rechnung steht.
Die Schaltkosten liegen darunter oder weit darüber, je nach Reichweite. Im Regional-Fernsehen beginnen sie bei 500 bis 2.000 Euro pro Ausstrahlung. Bei nationalen Privatsendern zur Prime Time werden 60.000 bis 100.000 Euro für dreißig Sekunden aufgerufen, in Einzelfällen mehr. Eine vierwöchige Kampagne mit genug Kontakten für messbare Reichweite beginnt entsprechend im mittleren sechsstelligen Bereich.
Aus diesem Verhältnis ergibt sich eine praktische Faustregel, die in der Mediaplanung kursiert: rund zehn Prozent des Mediabudgets für die Produktion einzuplanen, mindestens aber 15.000 Euro. Sie ist grob, aber sie verhindert den häufigsten Fehler — einen teuren Spot, für dessen Ausstrahlung nichts übrig bleibt.
In der Mediaplanung gelten zwanzig Sekunden als bester Kompromiss aus Preis und Wirkung: nicht proportional günstiger als dreißig, aber deutlich wirksamer als zehn. Für die Produktion heißt das nicht, dass ein kürzerer Spot billiger wird — die Drehtage bleiben dieselben. Es heißt, dass die Fassungen von Anfang an mitgedacht gehören: eine Zwanzig-Sekunden-Fassung ist kein Beschnitt, sondern ein eigener Schnitt mit eigener Dramaturgie.
Buyouts sind die Nutzungsrechte an den Leistungen der Darsteller. Die Drehtagsgage deckt ausschließlich die Arbeit am Set ab; die Ausstrahlung wird nach Dauer, Gebiet und Kanälen gesondert vergütet. Wer den Spot länger laufen lässt als ursprünglich vereinbart, zahlt nach — und zwar in einer Verhandlungslage, in der der Spot bereits läuft und niemand ihn abschalten will.
Die saubere Variante ist, sich von allen beteiligten Dienstleistern zeitlich und räumlich unbeschränkte Nutzungsrechte übertragen zu lassen, den sogenannten Total Buyout. Das kostet vorne mehr und verhindert hinten die Nachforderung. Dazu gehören zwei Dokumente, die regelmäßig fehlen: das Model Release für jede im Spot erkennbare Person und das Property Release für Gebäude und Locations.
Ein Spot, dessen Rechte in achtzehn Monaten auslaufen, ist kein günstiger Spot. Er ist ein Spot mit einer Rechnung, die noch nicht gestellt wurde.04 / Die Musik
Bei bekannten Songs können die Nutzungsrechte schnell fünfstellig werden — und zwar zusätzlich zu allem anderen. Produktionsmusik aus Bibliotheken klingt heute professionell und kostet einen Bruchteil, mit dem entscheidenden Unterschied, dass die üblichen Projektlizenzen Fernsehen, Radio und Kino ausdrücklich ausschließen. Für einen Spot, der gesendet werden soll, braucht es also von vornherein die richtige Lizenzstufe.
Musik gehört deshalb an den Anfang der Kalkulation, nicht ans Ende. Wer sie als Nachgedanken behandelt, hat entweder einen Schnitt, der auf einem Track sitzt, den er nicht lizenzieren kann, oder eine Lizenz, die für den gewählten Kanal nicht gilt.
05 / Der ZeitplanVon der Freigabe des Briefings bis zum sendefähigen Master vergehen realistisch sechs bis zehn Wochen. Dazu kommt der Vorlauf für die Anlieferung beim Sender und die technische Abnahme: Der Spot muss den Qualitätsstandards des jeweiligen Senders genügen, sonst wird er nicht ausgestrahlt. Wer einen Kampagnenstart terminiert, sollte deshalb mindestens drei Monate Vorlauf einplanen.
Ein zweiter Hinweis zur Haltbarkeit: Aktuelle Bezüge, Jahreszahlen und tagesaktuelle Anlässe verkürzen die Nutzungsdauer eines Spots erheblich. Da die Rechte ohnehin nach Laufzeit bezahlt werden, ist ein zeitloser Spot nicht nur redaktionell, sondern auch wirtschaftlich die bessere Entscheidung.
06 / Die ZweitverwertungYouTube, Social Media und Kino sind die natürliche Zweitverwertung eines TV-Spots — unter einer Bedingung: Musik- und Darstellerrechte müssen für diese Kanäle von Anfang an mitlizenziert sein. Nachträglich ist das teuer, weil dann einzeln nachverhandelt wird statt im Paket.
Wer das mitdenkt, bekommt aus einem Drehtag nicht einen Spot, sondern eine Fassungsfamilie: die Sendefassung, eine kürzere Onlinefassung, eine Hochkantfassung und Schnittreste für den laufenden Kanal. Das ist der einzige Hebel, der die Produktionskosten pro ausgespieltem Asset tatsächlich senkt. Wie sich das für ein konkretes Vorhaben aufteilen lässt, klären wir in der Werbefilmproduktion vor dem ersten Drehtag — gern im Erstgespräch.
Herstellung 8.000 bis 50.000 Euro, Sendezeit 500 Euro regional bis 100.000 Euro zur Prime Time je Ausstrahlung. Wer nur eines plant, wird überrascht.
Als Faustregel kursieren zehn Prozent, mindestens aber 15.000 Euro. Sie ist grob, verhindert aber den teuren Spot ohne Schaltbudget.
Buyouts werden nach Dauer, Gebiet und Kanälen gesondert vergütet. Dazu gehören Model Release je Person und Property Release je Location.
Bekannte Songs werden schnell fünfstellig; übliche Bibliothekslizenzen schließen Fernsehen, Radio und Kino ausdrücklich aus.
Sechs bis zehn Wochen bis zum sendefähigen Master, dazu Anlieferung und technische Abnahme beim Sender.
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